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Nicht noch so ein #fintech.

Für diejenigen unter Euch, die sich nicht tagein, tagaus mit der Bankenwelt auseinandersetzen, vorweg dies: Ihr habt’s gut. Da ist im Moment einiges los, das steht fest. Als sei die langjährige Niedrigzins-Politik nicht Herausforderung genug, drängt die Digitalisierung mit all ihrer disruptiven Macht in den Finanzbereich und sorgt für große Aufbruchs- oder Untergangsstimmung – je nachdem, wen man fragt. (Einen guten Überblick zu den Umwälzungen findet man z.B. hier.)

Im Fokus der Aufmerksamkeit: die sogenannten Fintechs. Damit gemeint ist Finanztechnologie, englisch: financial technology, verkürzt zu Fintech. Der Sammelbegriff steht für “technologisch weiterentwickelte Finanzinnovationen, die in neuen Finanzinstrumenten, -dienstleistungen oder -intermediären resultieren“, so erklärt es Wikipedia. Im engeren Sinne wird der Begriff mit Unternehmen gleichgesetzt, die digitale Finanzinnovationen anbieten. Nun, diese Fintechs also, sind gerade in aller Munde, nicht zuletzt weil einige von ihnen gerade millionenschwere Finanzierungsrunden hinter sich haben – was ja immer eine Meldung wert zu sein scheint.

Tomorrow macht doch das Gleiche in grün, oder? Eine naheliegende und uns häufig gestellte Frage, hier der Versuch einer Antwort. Auch wir begrüßen – und nutzen – natürlich die neuen Möglichkeiten, die digitale Technologie mit sich bringt. Richtig eingesetzt, lässt sich dadurch offenkundiger Nutzen für Kunden schaffen: unkomplizierte und schnellere Handhabung von Diensten rund um die Uhr, (gefühlt) mehr Transparenz, geringere Kosten und nicht zuletzt einfach ein angenehmeres Nutzungserlebnis (auf Neudeutsch “user experience“ oder UX). Kurzum all das, weswegen die Menschen seit einigen Jahren auch nicht mehr zu Karstadt stapfen, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen - sondern eben fast alles online shoppen. (Vor einer ähnlich fundamentalen Veränderung wie der Handel steht übrigens auch die Bankenwelt, sagt man.)

Bei allem Respekt und aller Anerkennung für die neuen Shootingstars der Branche wie N26, Revolut und Co: Wir glauben, dass diese Entwicklung nur dann zukunftsweisend sein kann, wenn es nicht allein um die Frage geht, WIE wir Banking betreiben (analog oder digital oder mobil). Sondern auch um die Frage, was unser Geld BEWIRKT: Wofür nutzen Banken die Einlagen ihrer Kunden? In welchen Geldanlagen wirkt das Ersparte der Menschen? Welche Geschichte wird damit geschrieben? Denn hier liegt das Potential für WIRKLICHE Veränderung im Finanzwesen.

Banking darf nicht die Welt kosten. Heute hat Geld oft verheerende Wirkung. Und damit meinen wir nicht, dass es den Charakter verdirbt, sondern seinen sozialen und ökologischen Fußabdruck. Denn Geld auf einer (konventionellen) Bank finanziert und stärkt eben auch Industrien, die, auf kurz oder lang, ökologischen oder sozialen Schaden anrichten: fossile Energien, Gentechnik, Massentierhaltung, Monokulturen, Sweatshops, Rüstung … die Liste ist lang. All diese Branchen, die vermutlich kaum Eine/r von Euch aktiv unterstützen würde, bekommen Ihr Geld durch Kredite konventioneller Banken oder den Aktienmarkt. Also: von uns allen – wenn wir nicht zu den wenigen Deutschen gehören, die bereits bei einer sogenannten Nachhaltigkeitsbank zu Hause sind.

Und das ändert sich, sorry, auch nicht durch coole Apps und bessere UX. Insofern machen viele der Fintech’s zwar mehr Spaß als das arg in die Jahre gekommene Kundenerlebnis der Kreissparkasse nebenan. Aber aus einer, Achtung: großes Wort, ethischen Sicht ist es alter Wein in neuen Schläuchen: konventionell angelegtes Geld finanziert die Branchen von gestern, egal auf welcher technischen Plattform man bankt. 

Wir glauben an das Gute im Geld. Mit Tomorrow wollen wir Geld zu einem Teil der Lösung werden lassen. Indem wir, im ersten Schritt, der Finanzierung aller sozial und ökologisch destruktiven Branchen einen Riegel vorschieben. Mit einem klar formulierten Kriterienkatalog, der festlegt, wohin Euer Geld ganz sicher nicht fließen wird. Im nächsten Schritt wollen wir mit Euch den Spieß umdrehen - und Euer und unser Geld nutzen, um damit positiven Wandel zu schaffen. Tomorrow wird Geld dorthin lenken, wo Gutes daraus erwachsen kann: Bio-Landwirtschaft, grüne Technologie, Bildung, neue Formen der Mobilität, modernes Wohnen & Arbeiten.

Eine Herde von Cashcows, die nur Biogras frisst. Wir möchten perspektivisch mit Partnern wie Oikokredit Kleinkredite im globalen Süden finanzieren, wo aus kleinen Mitteln Großes werden kann. Wir wollen smarte Spar- und Investmentmöglichkeiten bieten, mit denen Ihr Rendite und Karma unter einen Hut bekommt. Und eine Crowdfunding-Plattform schaffen, wo ihr nachhaltige Geschäftsideen schon auf den ersten Metern unterstützen könnt. Und nachhaltigen Konsum nicht nur erkennen, sondern belohnen – so wie es z.B. die Jungs von Wertewandel vormachen. Wir wollen uns mit all den Vorreitern anderer Bereiche (Lifestyle: Avocadostore, Fashion: Armed Angels, Food: Share, Kondome: Einhorn, Wasser: Viva con Agua, …) zu einer neuen, nachhaltigeren Wirtschaft verbünden – und dafür sorgen, dass auch Banking endlich zukunftsfähig wird. Und trotzdem Spass macht.

Damit wir wirklich einen Unterschied machen. Und nicht einfach noch ein #fintech sind.



28 März 2018