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Frauen und Altersarmut: Warum wir in Beziehungen dringend mehr über Geld sprechen müssen

Veröffentlicht am 19. April 2021

Frauen verdienen im Laufe ihres Lebens im Schnitt weniger als Männer – und leben länger. In der Summe bedeutet das: Ein hohes Risiko für Altersarmut. Wer also eine gleichberechtigte Beziehungen führen will, in der beide Verantwortung füreinander tragen, muss auch über Geld reden.

Zum Thema Finanzen in Beziehungen gehört auch das Thema Gleichberechtigung. Denn noch immer unterscheidet sich die weibliche und die männliche Erwerbsbiographie enorm, ebenso wie das Einkommen von Frauen und Männern.

Oder um es kurz zu machen: Frauen bekommen über ihr Leben im Schnitt weniger Geld. Und leben länger. Keine gute Kombination. Deshalb muss das in Beziehungen, die auf ein faires, gleichberechtigtes Miteinander aus sind, ganz einfach berücksichtigt werden. Ganz besonders, wenn man plant eine Familie zu gründen.

Frauen, Männer und Geld – in Zahlen

Was heißt das nun genau? Hier ein paar Fakten: Rente: Die Rente bei Frauen über 65 ist heute im Schnitt um 46 Prozent niedriger als bei Männern. Das liegt einmal an großen Gehaltsunterschieden, aber auch daran, dass Frauen in Deutschland häufiger in Teilzeit arbeiten und sich dadurch weniger Rentenpunkte erwerben. Und das auch, weil sie immer noch den Großteil der Care Arbeit übernehmen – eine Situation, die sich während der Corona-Pandemie nochmal verschärft hat. Die durchschnittliche Rente von Frauen liegt derzeit bei 693 Euro. Wie man davon leben soll, wenn man nicht zufällig geerbt hat? Eine gute Frage, auf die es nur bittere Antworten gibt.

Wie kommt es dazu? Das sind die 3 wichtigsten Punkte

Erwerbsarbeit: Das Leben mit Kindern stellt nicht nur das Privatleben auf den Kopf, sondern beeinflusst auch, wie viel wir arbeiten (können). Ganz besonders bei Müttern. Konkret heißt das: 93,6 Prozent der Väter mit minderjährigen Kindern arbeiten in Vollzeit, aber nur 33,8 Prozent der Mütter. Wer nicht in Vollzeit arbeitet, braucht schon ein sehr gutes Gehalt, um sich trotzdem eine ordentliche Rente zu erarbeiten. Leider ist auch das für Frauen schwerer als für Männer.

Gender Pay Gap: Aktuell liegt der Gender Pay Gap unbereinigt bei 18 Prozent, die Frauen weniger pro Stunde verdienen. Bereinigt sind es noch sechs Prozent.

Beim unbereinigte Gender Pay Gap von 18% vergleicht man allgemein den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer*innen. Hier zeigen sich die strukturellen Probleme, wie etwa die schlechter bezahlten sogenannten Frauenberufe in Erziehung und Pflege. Beim Bereinigten werden die Gehälter in vergleichbaren Positionen, mit vergleichbarer Tätigkeit berücksichtigt.

Alleinerziehende: In neun von zehn Fällen ist der*die Alleinerziehende die Mutter. Das ist deshalb so relevant, weil Alleinerziehende das größte Risiko haben, in (Alters-) Armut zu rutschen. Einerseits hat das mit unserem Steuersystem zu tun: Verheiratete Eltern zahlen erheblich weniger Steuern als nicht verheiratete und/oder geschiedene Eltern. Aber auch mit fehlenden Betreuungsmöglichkeiten, so dass es für Alleinerziehende schwierig ist, in Vollzeit zu arbeiten. Oder überhaupt eine Anstellung zu finden.

Was ist die Lösung?

Um schnell und nachhaltig etwas an dieser Schieflage zwischen Frauen und Männern zu ändern, braucht es politische Lösungen. Ganz klar. Aber bis die endlich kommen, muss man auch in Beziehungen für das Thema Sorge tragen. Indem man darüber spricht, indem die Finanzen transparent für beide Partner*innen sind, indem man zusammen einen Finanzplan für die gemeinsame Zeit, für Kinder, für das Alter aufstellt – und auch an eine mögliche Trennung denkt.

Verantwortung füreinander zu übernehmen ist wichtig – und sexy. Fehlende Romantik beim Thema Finanzen ist also schon einmal kein Argument.

Also los, geht das an!

Hier findet ihr die 38 wichtigsten Fragen zum Thema Finanzen in Beziehungen, auf die ihr als Paar beide eine Antwort wissen solltet. Und in unserem Short Guide zum Thema Beziehungen und Geld zeigen wir euch einmal im Schnelldurchlauf, wie ihr das Thema angehen und dann einen ersten gemeinsamen Finanzplan für euch aufstellen könnt. Hier entlang.