Bei globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und sozialer Ungleichheit spielen Banken eine zentrale Rolle. Banken als Kreditgeber und Investoren können direkt beeinflussen, welche Wirtschaftbereiche wachsen - und welche verschwinden. Ob neue Kohlekraftwerke gebaut oder Solaranlagen finanziert werden, hängt - unter anderem - davon ab, welche Entscheidungen Banken treffen.
In diesem Artikel erfährst du, was eine nachhaltige Bank ist, wie sie sich von konventionellen Banken unterscheidet und wie du nachhaltige Banken erkennen kannst.
Was ist eine nachhaltige Bank? Eine Definition
Eine einheitliche Definition für “nachhaltige Bank” gibt es nicht. Und um zu verstehen, was eine nachhaltige Bank ist, muss man erst die Grundfunktion einer Bank verstehen: Geld “arbeitet” immer - auch wenn es scheinbar nur auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto liegt. Banken legen das Geld ihrer Kund*innen an, um damit Rendite zu erwirtschaften. Sie nutzen die sogenannten Einlagen ihrer Kund*innen - bzw. meist nur einen Teil davon -, um Kredite zu vergeben oder Investitionen zu tätigen. Damit entscheiden Banken direkt, welche Unternehmen, Technologien oder Investitionen gefördert werden und somit wachsen können. Wird ein Kohlekraftwerk finanziert oder ein Windpark? Entsteht sozialer Wohnraum oder fließt Geld in Unternehmen, die Arbeitsrechte nicht einhalten?
Genau das ist der zentrale Punkt, den nachhaltige Banken ausmacht: Bei Tomorrow verstehen wir den Begriff “nachhaltige Bank” als eine Bank, die ihre Kund*inneneinlagen gezielt und ausschließlich in soziale- und umweltverträgliche Industrien und Geschäftsmodelle investiert und gleichzeitig kontroverse Branchen bewusst nicht unterstützt.
Kund*innen entscheiden daher mit der Wahl ihrer Bank ebenfalls, welche Branchen sie mit ihrem Geld unterstützen.
Was ist der Unterschied zwischen nachhaltigen und konventionellen Banken?
Was eine nachhaltige Bank ist und anders macht, wird deutlich, wenn wir uns nachhaltige Banken im Vergleich zu konventionellen Banken anschauen.
Der zentrale Unterschied zwischen nachhaltigen und konventionellen Banken liegt darin, wie sie ihr Kapital verwenden und nach welchen Kriterien sie entscheiden: Konventionelle Banken bewerten primär wirtschaftliche Kennzahlen und investieren das Geld in diejenigen Branchen die maximale Rendite erwirtschaften. Nachhaltige Banken berücksichtigen wirtschaftliche Kennzahlen sowie verbindliche Umwelt- und Sozialkriterien bei ihren Entscheidungen und verwenden Kund*inneneinlagen - wie bereits oben beschrieben - gezielt für soziale und ökologische Geschäftsfelder und legen diese vollständig und proaktiv offen.
Was machen Banken, das der Umwelt schadet?
Die Unterschiede zwischen nachhaltigen und konventionellen Banken sind nicht nur theoretisch. Sie haben reale Auswirkungen auf die Umwelt und unsere Gesellschaft. Wie bereits beschrieben entscheiden Banken mit ihrer Kreditvergabe und ihren Investitionen, welche Geschäftsmodelle/Wirtschaftbereiche wachsen - und welche verschwinden. Hier sind ein paar Beispiele, wie (konventionelle) Banken der Umwelt schaden.
Finanzierung emissionsintensiver Branchen Wenn eine Bank Unternehmen fördert, die im Bereich der fossilen Energien tätig ist, unterstützt sie Hauptverursacher von CO2-Emissionen und schadet so der Umwelt. Der Effekt ist besonders schlimm, da solche Projekte Kapital oft lange binden und den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen erschweren. Laut Banking on Climate Chaos (Report 2025) haben die 65 größten Banken weltweit allein 2024 insgesamt 869 Milliarden US-Dollar in den fossilen Energiesektor investiert – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Seit dem Pariser Klimaabkommen 2016 summiert sich die Finanzierung auf 7,9 Billionen US-Dollar."
Finanzierung von Entwaldung Neben fossilen Energien verstärken Banken die Abholzung von Regenwäldern. Dabei werden Branchen finanziert, die Wälder für landwirtschaftliche Nutzflächen roden - wie zum Beispiel Rindfleisch, Soja, Palmöl, Papier oder Holz. Die Abholzung von Regenwäldern beschleunigt den Klimawandel und sorgt für massiven Verlust von Biodiversität. Laut eines Berichts der Deutschen Umwelthilfe und der Umweltorganisation Harvest flossen 2024 über die Deutsche Bank fast 400 Millionen US-Dollar an Krediten und 176 Millionen US-Dollar an Investitionen in Unternehmen, die für Entwaldung verantwortlich sind.
Finanzierung umweltbelastender Industrie- und Infrastrukturprojekte Banken tragen auch dann zu Umweltschäden bei, wenn sie Unternehmen aus umweltbelastenden Industrien wie Bergbau oder Chemieanlagen oder große Verkehrsprojekte ohne Klimakonzept fördern. Solche Projekte können zum Beispiel zu Boden- und Gewässerverschmutzung und hohem Ressourcenverbrauch führen und schaden so der Umwelt. FairFinanceInternational hat herausgefunden, dass europäische Banken jährlich fast 8 Milliarden Euro in den Abbau kritischer Mineralien investieren. Obwohl diese Rohstoffe für die Energiewende wichtig sind, ist ihr Abbau häufig mit erheblichen Umweltrisiken verbunden, die laut Bericht von vielen Finanzinstituten vor der Finanzierung nicht ausreichend geprüft werden.
Wie erkennst du, ob eine Bank nachhaltig ist?
Da der Begriff nicht geschützt ist, werben allerlei Banken mit Nachhaltigkeit. Aber nicht jede Bank, die ein nachhaltiges Produkt anbietet oder grüne Begriffe verwendet, ist eine nachhaltige Bank. So zeigte beispielsweise eine Recherche, an der das Handelsblatt beteiligt war, dass 40% der etwa 1300 in Europa als sauber deklarierten Fonds, nicht sauber waren und Unternehmen beinhalteten, die Kohlenstoffdioxid produzieren,
Gleichzeitig wissen viele Kund*innen nicht, was mit ihrem Geld passiert, sobald es auf ihrem Konto liegt. Anhand der folgenden vier Dinge kannst du erkennen, ob eine Bank wirklich nachhaltig ist.
Ausschluss- und Positivkriterien Eine nachhaltige Bank definiert klar und transparent, welche Branchen sie konsequent nicht finanziert. Typischerweise sind das Branchen wie Kohlekraft, Rüstung oder schwere Umweltzerstörung. Gleichzeitig sollte klar erkennbar sein, welche Bereiche gezielt gefördert werden, etwa erneuerbare Energien oder sozialer Wohnungsbau. Die Entscheidungsgrundlage wird in Positiv- und Ausschlusskriterien festgehalten, die öffentlich zugänglich sind. Anhand dieser Kriterien werden Investitionsentscheidungen getroffen. (Bei Tomorrow findest du diese hier)
Transparenz über finanziere Projekte und Branchen Nachhaltige Banken legen offen, wohin das Geld fließt - sprich in welche Projekte z.B. die Kund*inneneinlagen investiert werden. Das kann innerhalb eines Nachhaltigkeitsberichts sein, innerhalb des App- oder Web-Bankings oder auf der jeweiligen Website. Wenn du dazu nichts findest, ist das ein Warnsignal. Transparenz ist der Kern nachhaltiger Banken. (Informationen zu den von Tomorrow finanzieren Projekten findest du hier)
Unabhängige Bewertungen Externe Bewertungen helfen zusätzlich bei der Frage, ob eine Bank wirklich nachhaltig ist. Der Fair Finance Guide Deutschland ist ein Projekt der NGO Facing Finance in Kooperation mit dem SÜDWIND Institut und analysiert die Nachhaltigkeitsrichtlinien von einigen großen Banken in Deutschland auf Basis von ca. 230 Bewertungskriterien. Den Fair Finance Guide findest du hier.
Nachhaltigkeit ist Kerngeschäft Einige konventionelle Banken bieten einzelne, “nachhaltigere” Produkte an. Das alleine macht jedoch eine Bank nicht nachhaltig. Wichtig ist, dass die Nachhaltigkeitskriterien für alle Geschäftsbereiche gelten. Zusätzlich agieren nachhaltige Banken auch intern als Unternehmen nachhaltig, indem sie beispielsweise Ökostrom beziehen, öffentlichen Nahverkehr fördern und ihren eigenen CO₂-Fußabdruck transparent messen und reduzieren. (Informationen zu Tomorrow’s Fuß- und Handabdruck findest du in unserem Nachhaltigkeitsbericht)
Banken haben einen enormen Einfluss darauf, wie sich Wirtschaft, Klima und Gesellschaft entwickeln. Mit deiner Entscheidung für eine nachhaltige Bank kannst du mit deinem Geld dazu beitragen, ökologische und soziale Veränderungen aktiv zu unterstützen. Geld muss nicht das Problem sein. Jetzt weißt du, wodrauf es ankommt. Mit unserem Kontomat kannst du deine aktuelle Bank mit Tomorrow vergleichen und siehst, wie sie im Vergleich zu uns in Sachen Nachhaltigkeit abschneidet.
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