Festgeld ist eine der klassischen Sparformen und wird oft als Alternative zum Tagesgeld genannt. Es bietet eine hohe Planungssicherheit und gilt als vergleichsweise sicher, bietet jedoch in der Regel niedrigere Renditen als viele Anlageformen.
In diesem Artikel erklären wir, was ein Festgeldkonto ist, wie es funktioniert und worin der Unterschied zum Tagesgeldkonto liegt.
Was ist Festgeld? Das Festgeldkonto erklärt
Festgeld ist eine Geldanlage mit fester Laufzeit und festem Zinssatz. Das bedeutet, dass ein bestimmter Betrag für einen zuvor vereinbarten Zeitraum auf ein Festgeldkonto eingezahlt wird und während dieser Zeit dort fest gebunden ist. Das Geld kann in der Regel während der Laufzeit nicht vorzeitig abgehoben werden.
Die Laufzeit kann je nach Bank stark variieren – von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Je länger das Geld angelegt wird, desto höher fällt meist der Zinssatz aus.
Das Charakterisierende von Festgeld ist die Planbarkeit der Rendite. Der Zinssatz wird bereits zu Beginn der Anlage festgelegt und bleibt über die gesamte Laufzeit gleich. Dadurch weiß man von Anfang an, wie hoch die erwarteten Zinserträge ausfallen.
Am Ende der Laufzeit erhalten Sparer*innen ihr angelegtes Kapital inklusive der vereinbarten Zinsen zurück. Je nach Bank werden die Zinsen am Ende der Laufzeit, jährlich oder monatlich gutgeschrieben. Bei jährlicher oder monatlicher Zinsgutschrift auf das Festgeldkonto wirkt der Zinseszinseffekt auf die Gesamtrendite.
Um dies zu veranschaulichen, hier zwei Rechenbeispiele für folgendes Szenario:
Anlagebetrag: 10.000€ Zinssatz: 3% pro Jahr Laufzeit: 5 Jahre
1. Zinsen am Ende der Laufzeit ausgezahlt (einfache Zinsen):
Endkapital = Kapital + (Kapital × Zinssatz × Laufzeit)
Beispiel: 10.000€ + (10.000€ x 0,03 x 5) = 11.500€ Endkapital
Die Rendite liegt hier bei 1.500€
2. Zinsen werden anteilig gutgeschrieben (jährliche Zinsgutschrift):
Endkapital = Kapital × (1 + Zinssatz)^Laufzeit
Beispiel: 10.000€ x (1+ 0,03)^5= 11.592,74€ Endkapital
Die Rendite liegt in diesem Fall bei 1.592€
Wenn die Zinsen jährlich ausgezahlt werden, steigt durch den Zinseszinseffekt die Rendite also um etwa 93 €. Je höher die Zinsen, je kürzer die Auszahlungsintervalle und je länger die Laufzeit, desto stärker wirkt dieser Effekt.
Ein Festgeld-Zinsrechner kann dabei helfen, verschiedene Laufzeiten und Zinssätze zu vergleichen und die mögliche Rendite im Voraus zu berechnen.
Festgeld: Für wen es sich lohnen kann
Ein Festgeldkonto eignet sich besonders für Sparer, die ihr Geld sicher und planbar anlegen möchten.
Da der Zinssatz über die gesamte Laufzeit garantiert ist, gibt es keine Kursschwankungen wie bei Aktien oder Fonds. Dadurch bleibt die Entwicklung der Anlage gut vorhersehbar.
Festgeld kann sich vor allem lohnen, wenn:
Geld für einen bestimmten Zeitraum nicht benötigt wird
eine sichere und risikoarme Anlage bevorzugt wird
ein Teil des Vermögens stabil angelegt werden soll
ein konkretes Sparziel in einigen Jahren geplant ist
Wichtig ist jedoch, dass weiterhin ausreichend Rücklagen verfügbar bleiben. Da das Geld während der Laufzeit gebunden ist, eignet sich Festgeld nicht als Notgroschen.
Vorteile und Nachteile eines Festgeldkontos
Ein Festgeldkonto bietet einige Vorteile, bringt aber auch Einschränkungen mit sich.
Vorteile:
Garantierter Zinssatz über die gesamte Laufzeit
Hohe Planungssicherheit durch garantiertem Zinssatz festgelegten Zeitraum
Dein Geld auf dem Festgeldkonto unterliegt - anders als an der Börse - keinen Kursschwankungen
Deutsche Einlagensicherung bis zu 100.000 € pro Person und Bank
Nachteile:
Geld ist während der Laufzeit nicht flexibel verfügbar
Zusätzliche Einzahlungen sind meist nicht möglich
Rendite oft niedriger als bei risikoreichen Anlageoptionen
Steigende Marktzinsen können während der Laufzeit nicht genutzt werden
Zinserträge aus Festgeld unterliegen – wie bei den meisten anderen Kapitalanlagen – der sogenannten Abgeltungssteuer. Hier kannst du allerdings den Sparerpauschbetrag für dich nutzen und einen Freistellungsauftrag einrichten. Zusätzlich solltest du berücksichtigen, dass die Inflation die reale Rendite schmälert: Aktuell reicht die Verzinsung von Festgeld häufig nicht aus, um die Inflation vollständig auszugleichen. Trotzdem bietet Festgeld eine hohe Planbarkeit und Sicherheit, die die meisten Anlageformen nicht immer gewährleisten.
Festgeld oder Tagesgeld: Was ist der Unterschied?
Festgeld und Tagesgeld gehören beide zu den klassischen Spar-Anlageformen bei Banken. Der wichtigste Unterschied liegt in der Flexibilität und der Laufzeit.
Beim Festgeldkonto wird das Geld für eine feste Laufzeit angelegt und bleibt in dieser Zeit gebunden. Dafür erhalten Sparer einen garantierten Zinssatz.
Beim Tagesgeldkonto gibt es hingegen keine feste Laufzeit. Das Geld kann jederzeit ein- oder ausgezahlt werden. Die Zinsen sind dafür variabel und können sich jederzeit ändern.
Festgeld ermöglicht planbare Zinsen über einen festen Zeitraum, eignet sich jedoch nur für Geld, das während der Laufzeit nicht benötigt wird. Um gleichzeitig Flexibilität und Liquidität zu gewährleisten, kombinieren viele Anleger Festgeldkonten mit Tagesgeldkonten, sodass ein Teil des Kapitals sicher arbeitet, während der andere Teil jederzeit verfügbar bleibt.
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