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Studie: 27 wichtige Erkenntnisse zum Umgang mit Finanzen in Beziehungen

Veröffentlicht am 15. März 2021

Wie teilen sich Paare beim Thema Finanzen auf, wer kümmert sich hauptsächlich in der Beziehung ums Geld, wie groß ist das Streitpotenzial – und wer verdient mehr? Wir wollten das genauer wissen und haben eine Studie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse zeigen: Hier gibt’s Gesprächsbedarf.

Geld spielt auch in Beziehungen eine große Rolle – aber welche eigentlich genau? Wo knirschts und was läuft gut? Wie organisieren Paare ihre Finanzen, wie wichtig ist ihnen finanzielle Unabhängigkeit, wer hat das höhere Gehalt und wie sehr vertrauen sich Paare gegenseitig beim Thema Geld? 

All das – und noch mehr – wollten wir wissen und haben deshalb gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen YouGov eine repräsentative Studie durchgeführt. Die Ergebnisse haben gezeigt: Wir müssen noch sehr viel mehr über Geld reden als wir das bislang tun. 

Warum? Hier kommen 27 spannende Erkenntnisse zum Thema Geld in Beziehungen:

Die  finanziellen Basics in Beziehungen: 

Das Thema Geld und Finanzen spielt für die Befragten eine überwiegend große Rolle: 65 % geben an, dass ihnen das Thema in der Beziehung wichtig oder sehr wichtig ist.

Jeder*m Sechsten (15%) fällt es jedoch schwer, in der Beziehung über finanzielle Themen zu sprechen.

Fast jedes zweite Paar (44%) in Deutschland lebt ausschließlich mit getrennten Konten. Haben sie ein gemeinsames Konto, zahlen 49% der Paare einen flexiblen Betrag ein. Knapp 44% würden sich jedoch wünschen, dass beide Partner*innen einen festen Betrag auf das Gemeinschaftskonto einzahlen.

Auch nach einer Hochzeit entschieden sich viele nicht für ein gemeinsames Konto: Denn 36% der Teilnehmer*innen sagen, dass sie ihre Finanzen nicht gemeinsam regeln, obwohl sie verheiratet sind. Auch Eheverträge sind ein wichtiger Punkt, den man bedenken und für sich abwägen sollte, wenn es um das Thema Finanzen geht. Hier hat die Hälfte aller Befragten (51%) angegeben keinen Ehevertrag zu wollen und 30 Prozent, dass sie einen haben möchten.

Schaut man sich dann noch einmal die Altersgruppe der 18-34 Jährigen unter den Teilnehmer*innen an, sieht man: Jüngere Menschen stimmen einem Ehevertrag eher zu als ältere: Bei den 18 - 34-Jährigen wollen 40% keinen, während 38% einen Ehevertrag sinnvoll finden.

Finanzielle Unabhängigkeit und Beziehungen

Die finanzielle Absicherung ist 92% aller Befragten grundsätzlich wichtig bis sehr wichtig. Tatsächlich gaben aber auch 5% an, dass es ihnen eher oder überhaupt nicht wichtig sei.

Der Mehrheit ist es jedoch mit 85% nicht egal, wie diese Absicherung zustande kommt, sondern dass sie dabei nicht auf ihre Partner*innen angewiesen sind. Sie wünschen sich also finanziell unabhängig zu sein. Jedem*r Achten (12%) ist finanzielle Unabhängigkeit hingegen wenig oder überhaupt nicht wichtig.

Das hat auch einen Einfluss auf die Konto-Organisation: Personen, denen finanzielle Unabhängigkeit wichtig oder sehr wichtig ist, organisieren ihre Finanzen eher auf einem getrennten Konto als auf einem gemeinsamen.

Gegenseitiges Vertrauen und Geld 

Sollten sie in eine finanzielle Notsituation kommen, würde mit 88 % ein Großteil aller Befragten Geld von ihrer*m Partner*in annehmen.

Fast genauso viele geben auch einen großen Vertrauensvorschuss, wenn es um das eigene und gemeinsame Geld geht: 87% der Befragten würde ihrer*m Partner*in die Handlungsmacht über das gemeinsame Konto anvertrauen. 

Aber nicht alle Befragten teilen alles in einer Beziehung über ihre persönlichen Finanzen: Jede*r Achte (12%) hat Geldreserven, von denen die*der Partner*in nichts weiß. Ein Drittel (33%) der Studienteilnehmer*innen verriet außerdem, dass er oder sie sich schon einmal am gemeinsamen Konto bedient und das Geld für private Zwecke ausgegeben hat.

Geld ist ein Streitpunkt in Beziehungen

Über die Hälfte (52%) aller Befragten gibt an, sich schon mal wegen Geld gestritten zu haben. Gutverdiener*innen mit einem Nettohaushaltseinkommen über 4.500 Euro pro Monat streiten seltener über Geld: 54% geben an, sich nie wegen Geld in die Haare zu bekommen.

Personen die finden, dass ihr*e Partner*in gut mit Geld umgehen kann, streiten seltener über Geldthemen. Ungefähr jede*r Vierte (28%) findet aber, sein*e Partner*in könne nicht gut mit Geld umgehen kann.

Insgesamt geben 92% der Befragten an, zumindest selten mit ihrer*m Partner*in über Geld und Finanzen zu diskutieren. Die Hälfte von ihnen (50%) diskutiert manchmal bis häufig mit der*m Partner*in über Geldthemen.

Welchen Unterschied macht das Geschlecht beim Thema Geld in Beziehungen?

Wir wissen alle: Geschlechter haben auf das Thema Finanzen Einfluss. In unserer Studie hat sich das folgendermaßen gezeigt:

66% der Männer geben an, in der Beziehung das höhere Einkommen zu haben. 60% der Frauen geben hingegen an, dass der*die Partner*in das höhere Einkommen hat.

42% der Männer sehen sich in der Hauptverantwortung, wenn es ums Geld geht. Bei den Frauen sind es nur 30%.

Knapp die Hälfte (47%) der männlichen Teilnehmer finden, dass sie und ihre Partner*in gleich stark verantwortlich für finanzielle Themen in der Beziehung sind.

Mehr Geld, mehr Verantwortung? Je höher das Einkommen, desto häufiger geben die Befragten an, selbst für das Thema Geld und Finanzen verantwortlich zu sein.

Fazit: Geld ist allen wichtig, finanzielle Unabhängigkeit auch – und doch gibt es noch immer einen deutlichen Unterschied darin, wer sich um das Thema kümmert, wenn man die Geschlechter betrachtet. Genau an diese Diskrepanz müssen wir ran, denn finanzielle Unabhängigkeit und das Wissen über (das gemeinsame) Geld hängen miteinander zusammen.

Auch eine klare Kontenregelung ist Paaren wichtig und je jünger die Befragten, umso deutlicher zeichnet sich der Wunsch nach mehr als nur mündlichen Absprachen ab, wie sich am Ergebnis zum Ehevertrag sehen lässt. Zudem ist Geld häufig ein Streitthema und auch das gegenseitige Vertrauen ist nicht in allen Belangen gegeben. Da hilft nur reden. Welche Fragen ihr euch in Beziehungen dringend stellen solltet, könnt ihr hier noch einmal nachlesen.

Zur Studie: Die Durchführung der Befragung fand im Dezember 2020 in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen YouGov statt. Insgesamt haben 1.011 Personen ab 18 Jahren an der Befragung teilgenommen. Die Zielgruppe setzt sich aus Personen zusammen, die in einer Beziehung sind (verheiratet, Lebenspartnerschaft oder mit Partner*in zusammenlebend).