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Was ist Mikrofinanzierung?

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Mikrokredite sind Kleinkredite, die überwiegend im Globalen Süden zum Einsatz kommen. Sie gelten bereits seit vielen Jahren als ein zentrales Instrument der Entwicklungsarbeit.

Mikrokredite sind Kleinkredite, die überwiegend im Globalen Süden zum Einsatz kommen. Sie gelten bereits seit vielen Jahren als ein zentrales Instrument der Entwicklungsarbeit, da sie in Armut lebenden Einzelpersonen die Möglichkeit geben, sich eine wirtschaftliche Grundlage aufzubauen beziehungsweise diese auszubauen.

Angebote von Mikrokrediten richten sich an einkommensschwache Menschen , welche meist im globalen Süden (Afrika, Asien, Südamerika) leben und keinen Zugang zu sonstigen Finanzdienstleistungen haben. Da sie in der Regel kaum Sicherheiten bieten können, erhalten sie keine klassischen Kredite – und haben somit keine Chance, eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Mikrokredite geben diesen Menschen die Möglichkeit, Geld zu fairen Konditionen aufzunehmen. Dabei beträgt die Summe meist maximal 1000 USD, mithilfe derer kleine Investitionen getätigt, ein Gewerbe gegründet und sukzessive der Lebensstandard erhöht werden kann. Beispielsweise können sich die Kreditnehmer*innen durch Mikrokredite Saatgut für den Anbau von Lebensmitteln oder eine Nähmaschine finanzieren, sodass sie mittelfristig selbstständig Geld erwirtschaften können. Bei dem Prinzip geht es demzufolge um Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist es den Menschen zu ermöglichen, aus eigener Kraft einen Weg aus der Armut zu finden.

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Urgestein der Mikrofinanzierung ist die Grameen Bank, welche von Muhammad Yunus in den 1970er Jahre gegründet wurde. Das Konzept erhielt 2006 einen Friedensnobelpreis. Nach diesem Vorbild vergeben inzwischen viele spezialisierte, nichtstaatliche Organisationen (NGO’s), die sich Mikrofinanzinstitute (MFI) nennen, Mikrokredite. Im Sinne der Entwicklungshilfe werden die Kreditnehmer durch Sachverständige des jeweiligen MFI’s betreut und fachlich beraten. Die Rückzahlungsmodelle sind dabei in der Regel flexibel gestaltet, sodass sie an die jeweiligen Ansprüche der Kunden angepasst werden können. Ein weiteres Prinzip sind Bürgschaften, welche die Anwärter*innen vorweisen müssen, um einen Kredit zu erhalten. Dies dient nicht nur der Absicherung, sondern auch der Unterstützung des Gemeinschaftsprinzips der Betroffenen vor Ort. Durch die sogenannten Solidaritätszirkel wird die Bildung einer Netzwerkstruktur angeregt, auch wenn die Rückzahlung der Kredite bei den jeweiligen Individuen bleibt. Ebenfalls ein Prinzip von Mikrokrediten ist die bevorzugte Vergabe an Frauen, um deren Unabhängigkeit und Selbstständigkeit besonders zu fördern.